Losgelöst irgendwelcher Uhrzeiten folgen wir gemeinsam weiter der staubigen Pisten hinein in weitere Abenteuer.
Des Nachts wurde ich immer wieder vom Rumpeln der entfernt vorbei rauschenden Eisenbahnwaggons geweckt.

Tagebuch schreiben geht nun mehr nur noch während der Fahrt. Lyne ist da wesentlich konsequenter als ich und schreibt Abends noch, während ich dazu wenig Lust verspüre und lieber die Ereignisse des Tages sacken lasse.
Das hat zur Folge, dass meine Aufzeichungen bald nur noch auf Erinnerungen und Fotos basieren.
Auch die Notizen in meinem Tagebuch werden immer unleserlicher, da ich nur noch „on the road“ schreibe und die „road“ ja immer ruppiger und schlechter wird.

Geplant war eigentlich der Weg durch Usbekistan, am Aralsee und dem Schiffsfriedhof vorbei, die Seidenstraße hinab bis nach Osh in Kirgisien zu nehmen.
Eine Strecke auf die ich mich sehr gefreut hatte und weshalb wir ja extra noch Usbekistanvisa besorgt hatten.
Jedoch sind wir nun eine ganze Zeit in der eingeschworenen Truppe unterwegs und entscheiden uns schliesslich uns nicht abzusplitten, sondern mit den anderen durch Kasachstan weiter zu fahren.

Durch die Schlaglöcher, denen wir nicht allen ausweichen können, und durch den für das Fahrzeug ungewohnten Fahrstil passiert irgendwann, was passieren muss. Wir haben eine Panne. Ok, kein platter Reifen oder etwas wirklich schlimmes, aber unser Dachgepäckträger reißt an den hinteren Halterungen, die bei Peugeot nur geklemmt sind, und wir müssen alles abladen.
Also bei 40 Grad in der Wüste den kompletten Dachgepäckträger abschrauben und reparieren. Gemeinsam schaffen wir es und fixieren den Träger mit einem Spanngurt. Von nun an fahren wir mit aufgeklappten Heckfenstern. Ist aber mittlerweile eh egal, den Sand ist außer im Essen nun eh überall.
Hände, Arme, Beine, Haare – alles voller Sand und seit einer Woche nicht geduscht.
Meine Laune befindet sich genau hier am Tiefpunkt. Erst fällt Usbekistan flach worauf ich mich sehr gefreut hatte und nun noch das.
Dann gibt auch noch meine Kamera den Geist auf. Verdreckt durch den feinen Wüstensand reagiert der Zoom nicht mehr. Und ich gönne Ihr etwas Ruhe.

 

 

 

Über den Autor

Flo
Navigator Team 2Infinity und offizielles Mitglied der TajikRally 2014 // Motto: "Nicht quatschen - Machen!" // Minimalist - Organisator - Optimist // 1999 - Griechenland 6 Wochen per Tramp von Bonn bis zum Olymp und zurück // 2000/2001 - Südamerika 15 Monate mit dem Rucksack unterwegs von Machu Picchu bis Feuerland und mit dem Containerfrachter über den Atlantik von Buenos Aires nach Hamburg zurück // 2006 & 2008 - Bolivienreise jeweils ein Monat // 2014 - TajikRally2014 10.000 km für den guten Zweck // ...

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