Der Morgen ist ruhig, das Meer rauscht und die ersten Sonnenstrahlen kitzeln mich um 5 Uhr aus meinen Träumen.
Die wilden Hunde, die sich zwischen unseren Köpfen heute Nacht gezofft haben erinnerten mich stark an 1999 in Italien als ich auf dem Weg nach Griechenland zum Olymp war.

Damals hatte ich mich auf einer Wiese vor dem Friedhof in Brindisi abgelegt und ein paar wilde Hunde hielten mich des Nachts für einen Eindringling in Ihr Revier.
Ich erinnere mich noch an die geflätschten Zähne oberhalb meines Kopfes. Meine Knipskiste kam mir zur Hilfe. Mit dem Blitzlichtgewitter gewann ich die Ruhe der Nacht für mich zurück. Bis am frühen morgen der Friedhofsgärtner mit der Sense neben mir stand und mähen wollte.
Ihr könnt Euch meine Gesicht vorstellen, war schon makaber das Ganze.
Heute Nacht hatte ich einfach nur gehofft und glücklicherweise waren sie so aufeinander fixiert, dass wir eher Nebensache waren.
Meine Kamera lag nämlich im Wagen und war unerreichbar.

Ich bleibe noch im Schlafsack liegen und beobachte den Sonnenaufgang. Irre wie die goldene Kugel am Horizont aus den Wassermassen steigt.
Mein Gesicht wird langsam warm und der Tag beginnt.

Gegen 8 Uhr, nach dem Frühstück kommen wir los.
Unser Tagesziel für heute ist Samsun.

Die Fahrt führt uns größtenteils über Autobahn. Das ist eine sehr ermüdende Sache.
Die Sonne knallt vom Himmel und beschert uns bereits hier 40 Grad Hitze. Wir können maximal 120/130 km/h fahren.
Sowieso fahren wir grundsätzlich zu schnell. Einer fährt vor und sollte was sein, bekommen wir es über Funk rein.
Unsere Reifen singen uns in den Schlaf. Da hilft auch kein Radio, keine Musik. Wir müssen oft Pausen machen.
Ich schütte Cola und Kaffee in mich rein wie noch nie.

Irgendwann erreichen wir endlich Samsun. Mit Lyns Sprachkenntnissen  fällt es uns leicht einen schönen Campingplatz zu finden.
Zum letzten Mal duschen und ordentlich Essen, denke ich.

Wir parken 10 m vom Wasser entfernt, der Campingbesitzer sagt, auf der anderen Seite des Meeres ist Russland.
Na dann… Gute Nacht!

Über den Autor

Flo
Navigator Team 2Infinity und offizielles Mitglied der TajikRally 2014 // Motto: "Nicht quatschen - Machen!" // Minimalist - Organisator - Optimist // 1999 - Griechenland 6 Wochen per Tramp von Bonn bis zum Olymp und zurück // 2000/2001 - Südamerika 15 Monate mit dem Rucksack unterwegs von Machu Picchu bis Feuerland und mit dem Containerfrachter über den Atlantik von Buenos Aires nach Hamburg zurück // 2006 & 2008 - Bolivienreise jeweils ein Monat // 2014 - TajikRally2014 10.000 km für den guten Zweck // ...

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